In letzter Zeit habe ich weder Zeit noch Muße am Blog zu schreiben. Und je länger die Zeit seit dem letzten Beitrag zurückliegt, desto höher die Schwelle, die es zu überwinden scheint.
Warum also nicht einfach schreiben, was kommt?
Früh morgens am Wochenende, wenn es draußen noch zappenduster ist und der Holzofen knistert? Sozusagen jetzt.

Seit Mitte August letzten Jahres treibe ich regelmäßig Sport. Ich war ziemlich verzweifelt und stark gebeutelt von den heftigen Rückenschmerzen, die mich seit April begleiteten. Bewegung ist ja angeblich gut, aber welche und wie viel davon? Schlimmer werden möchte ich es auf keinen Fall! Und meine Erfahrung und mein Wissen auf dem Gebiet Sport strebt gegen Null, abgesehen von „je mehr du läufst, desto länger kannst du laufen“.
Außerdem war ich nach meinem Berglauf so neugierig geworden. Wenn ich das mit krassen Rückenschmerzen und wenig Training schaffe, was ist dann ohne Schmerzen und mit vernünftigem Training möglich?
Ich fand es war Zeit, mich in Expertenhände zu begeben und bekam eine Trainerin von meiner Arbeitskollegin empfohlen. Mit dieser Trainerin traf ich mich zu einer Bewegungsanalyse. Sie filmte mich beim Laufen, bei Kniebeugen und ähnlichen Übungen. Nach jeder Übung schaute sie das Video zusammen mit mir an und kommentierte, was sie sah.
„Guck mal, bei dieser Übung ist dein rechtes Knie nicht stabil, siehst du wie es nach innen wandert? Mein Verdacht ist, dass deine Gluteusmuskulatur hier nicht aktiviert. Wir machen eine weitere Übung, um den Verdacht zu bestätigen.“
Auf einmal konnte ich verstehen, was in meinem Körper passiert, was er wie kompensiert und warum es dann weh tut.
Nach der Analyse habe ich entschieden, mit meiner Trainerin weiter zu arbeiten. Das läuft bei ihr so, dass sie einen fünfwöchigen Trainingsplan für mich erstellt, ich den so gut es geht nachturne und nach Woche 4 ihr ausgefüllt zurück schicke, woraufhin sie in Woche 5 die nächsten fünf Wochen zusammenbraut.
Preislich hält sich das auch sehr im Rahmen mit umgerechnet 56€ pro Plan. Da würde ich wahrscheinlich mehr zahlen, wenn ich zum Friseur gehen würde. Ich bin mir aber nicht sicher, da ich 2011 das letzte Mal bei einem Friseur war.
Ich bin wirklich verblüfft, wie sehr der regelmäßige Sport meine Lebensqualität verbessert hat. Ja, ich habe mehr Energie, bessere Laune, bin ausgeglichener. Am besten gefällt mir allerdings, dass der regelmäßige Sport eine Art Struktur in meinem Alltag geformt hat, an der ich mich entlang hangeln kann, wenn mich normalerweise etwas aus der Bahn geworfen hätte. Schlechte Nachrichten, Stress, Krankheiten, Tod, das bleibt alles negativ. Aber wenn ich diese Gefühle mit mir mitnehme auf meinen nächsten Lauf oder zu meinen nächsten Kraftübungen, dann sind sie anschließend nicht mehr so allumfassend und erdrückend. Denn ich bin lebendig, das zeigt mir mein Körper ganz deutlich durch den leichten Muskelkater.
Ich bin lebendig, ich bewege mich. Das heißt auch, dass ich nicht gefangen sein kann in meinen Gedanken, in dieser Situation. Wo Leben ist, wo Bewegung ist, da gibt es auch immer Hoffnung und Lebendigkeit.
Wahrscheinlich werde ich nie eine Sportskanone werden, ich bin einfach nicht sehr talentiert oder habe mein Talent in Sport noch nicht finden können. Aber ich kann begreifen, was es mit mir macht, Sport zu treiben, das Potenzial der Bewegung. Da macht es keinen Unterschied, ob ich es jemals schaffen werde, einen echten Liegestütz zu machen oder nicht. Oder wie viele Stunden am Stück ich irgendwann laufe.
Sport im Alltag bedeutet für mich Resilienz, gestärkte Widerstandskraft der Seele. Es bedeutet für mich Selbstfürsorge. Und jedes Mal ein bisschen Stolz, den inneren Schweinehund zu zähmen.
Ich wünsche auch dir, dass du etwas in deinem Leben hast oder findest, was dich zum Schweinehundbändiger macht. 🙂


Moin Luisa,
gut dass Du Dir eine Trainerin genommen hast und noch besser, dass Dir das Sportprogramm der Trainerin so sehr geholfen hat! Das freut mich für Dich! 🙂
Liebe Grüße aus Schleswig-Holstein
Jens
Moin liebe Luisa,
der Post könnte eins zu eins von mir sein. Sport tut einfach gut, auch ohne überbordendes Talent. Er ist Balsam für die Seele und macht stabiler. Aber man darf und muß auch zulassen, dass er nicht alles richten kann und deswegen nicht verzagen. Du machst das genau richtig!
Aber: – 46!?! Uhhhhhhhh 😯
Liebe Grüße aus dem trüb nasskalten Nordwesten in den frostig weißen Nordwesten
Volker
Lieber Volker,
Da hast du natuerlich vol(ker)kommen recht:
Sport kann nicht alles richten und auch nicht alles besser machen. Aber mich unterstuetzt er sehr, wenn ich mich denn aufraffen kann. Aber wie gesagt, dabei hilft mir ein Trainingsplan sehr. Schliesslich hab ich dafuer Geld ausgegeben und muss jetzt auch das Maximum rausholen. 😀
Keine Sorge, gerade sind es nur -22 °C und dazu scheint die Sonne. Das macht gute Laune. 🙂
Alles Liebe und viele Sonnenstrahlen zu dir nach Oldenburg,
Luisa
Hallo rosabluete,
Wow, da ziehe ich echt den Hut vor deiner Yogapraxis! Machst du dann jeden Tag ungefaehr das Gleiche oder wandelst du ab? Finde ich jedenfalls echt stark, im wahrsten Sinne des Wortes. 🙂
Super auch, dass ihr jetzt Wandern geht. Das ist eine meiner Lieblingsbewegungen. Man braucht keine besondere Technik und keine teure Ausruestung, sondern geht einfach Schritt fuer Schritt im eigenen Tempo wohin es einen zieht.
Bei mir scheint heute die Sonne, bei lauen -22 °C. 🙂
Alles Liebe,
Luisa
Ich druecke die Daumen, dass es bald klappt bei dir – vor allem natuerlich mit einer stabileren Gesundheit! Du warst doch schonmal richtig gut dabei und hast nen Experten als guten Freund. Kommt Zeit, kommt Schweiss! 🙂
Hallo Luisa, entschuldige, wenn ich so direkt bin – Du kannst meinen Kommentar auch gerne löschen – was ist mit Dir los? In einer solchen Stimmung habe ich Dich noch nie in all den Blogjahren erlebt. Momentan spüre ich in Deinem Blog nichts von Deiner Lockerheit und Deinem Tatendrang, der schon ansteckend war. Genauso wie ich mich mit Dir über jede Neuigkeit gefreut habe, genauso bin ich momentan etwas betrübt wenn ich Deinen Blog lese.. Es ist keine Neugier sondern eher Besorgnis, die mich zu diesem Kommentar angeregt hat. Wie gesagt, Du brauchst nicht zu antworten, aber es wäre schön von Dir zu hören. Liebe Grüsse und viel Gesundheit aus dem Sauerland.
Lieber Dietmar,
Danke fuer deine Besorgnis.
Soweit ist alles okay – wie gesagt der Koerper spielt ein wenig verrueckt, was mich ein wenig in der Schwebe laesst.
So ist das Leben, es laeuft nicht immer alles super duper. Da stehe ich vor der Wahl, nichts zu bloggen bis ich wieder in bester Stimmung bin, oder auch einfach mal so zu schreiben. Wie du gemerkt hast, habe ich mich fuer die zweite Option entschieden.
Es werden auch wieder andere Zeiten kommen, das weiss ich. Aber bis dahin versuche ich einfach, ein bisschen mehr am (Schreib-)Ball zu bleiben, als mir es in den letzten Monaten gelungen ist.
Ich hoffe du bist gesund und munter, schwingst froehlich die Walkingstoecke und ermuedest deine Leihhuendin. 🙂
Alles Liebe aus dem -33 °C warmen Yukon ins Sauerland,
Luisa
Das klingt echt klasse. Freut mich sehr, dass du das fuer dich entdeckt hast! Meine Mobilitaet ist eher grottig, da sollte ich mir wahrscheinlich ne Scheibe bei dir abschneiden. ^^‘
Ich hab keine Wanderschuhe und gehe immer in meinen leichten Laufschuhen wandern. Das hab ich bis heute nicht verstanden, warum man superschwere, klobige Schuhe braucht um wandern zu gehen – es sei denn man benutzt Steigeisen. Mir macht es mehr Spass, wenn ich den Untergrund unter mir spueren kann, dann fuehle ich mich verbundener. Und auch Fluesse durchwaten ist einfacher mit leichten Schuhen, da fliesst das Wasser einfach wieder raus. Aber da muss wahrscheinlich jeder selbst ausprobieren, was am meisten Spass macht. 🙂
Ja kann ich verstehen, deinen Einwand mit den Wanderschuhen. Geht mit auch so. Aber da ich letztens einmal umgeknickt bin, wollt ich unbedingt was festes Knöchelhohes haben um mehr Sicherheit zu haben.
Schweinehund? Ich bin froh, dass ich 2 Hunde habe, welche mich drängen 😀 Ohne diese würde ich sicher nicht bei jedem Wetter raus gehen.
Die Hunde sind ein vorzügliches Trainingsgerät. Denn sie lassen sich weder im Schrank noch im Keller verstauen. Seit ich wieder Hunde habe, war ich praktisch nie wirklich krank. Nur einen Tag habe ich flach gelegen, weil ich dem Arzt vertraut und eine seiner Tabletten genommen hatte.
Nur gegen den Winterblues können gerade auch die Hunde nicht viel machen. Immerhin sind sie perfekte Wärmflaschen im Bett. Hier lungert das Thermometer an der 0°-Marke und es ist eklig nass-kalt. So eine innerliche Kälte. Brrrrrr…..
Du machst das schon. Höre auf Deinen Körper und Dein Bauchgefühl. Und für eine Komplimentedusche schreibe einfach einen Beitrag 😉
Knuddel!
Gabi
Hallo liebe Luisa,
erstmal wollte ich sagen, dass ich gut nachvollziehen kann, wie das ist, wenn man mal eine Weile nicht geschrieben hat und dann auch oft so viel passiert ist, dass man gar nicht weiss, wo man anfangen soll, oder, der eigene Alltag einem so „normal“ erscheint, dass man denkt „was soll ich denn andere damit volllabern“ 😉
Ich moechte aber nicht versaeumen, kurz auf deinen letzten Post einzugehen, wo Du ja extra die Kommentare fuer abgeschaltet hattest und ich micht, wenn Du jetzt nicht diesen veroeffentlicht haettest, auch nochmal persoenlich bei Dir gemeldet haette.
Erstmal bin ich froh, dass Du, was ja waehrend dieser Zeiten schon an eine Sensation grenzt, medizinische Versorgung gefunden hast und dann noch mit Spezialisten! Ich hoffe, dass Du bald, sowohl medikamentoes, als auch seelisch, einen Weg findest, um auch langfristig mit dieser neuen Situation in deinem Leben umgehen zu koennen.
Was bei mir am meisten hangengeblieben ist der Satz „Es ist das Warten, was nervt. Und die Tatsache, dass mein Koerper dazu getriggert wird, sich selbst zu schaden.“
Ich kann verstehen, dass Du keine Kommentare auf diesen Post bekommen wolltest und habe auch extra ein paar Tage gewartet, bis ich nach deinem neuen Post schreibe, denn, wenn andere so sind wie ich, dann lesen sie auch alle Kommentare und ich wollte nicht evt. triggern, dass noch mehr Leute darauf eingehen.
Hoffe, es ist trotzdem okay, wenn ich nochmals kurz darauf eingegangen bin!
Das es mit Training nun auch Deinem Ruecken besser geht, freut mich sehr, auch wenn ich weiss, wie viel Konsequenz und Selbstdisziplin dazugehoert, all das bei den, ohnehin nicht „normalen“ Lebensumstaenden, unter denen ihr und wir so leben, durchzuziehen und damit auch mental nicht „unterzugehen“.
Also, liebe Luisa, weiterhin all die Kraft und positive Einstellung, pass gut auf dich auf und kick life in the nuts if it tries to take you down 😉
Dicke Umarmung und ganz liebe Gruesse von unten rechts
ela
Liebe ela,
Vielen Dank fuer deinen lieben Kommentar und deine guten Wuensche! 🙂
Ach na klar wird das schon werden und am Ende wird es vielleicht auch fuer etwas gut gewesen sein, ist doch oft so. Und in der Zwischenzeit muss ich wohl an meiner Geduld arbeiten. Die scheint noch ausbaufaehig zu sein. 😉
Ich hoffe es geht dir und euch auch gut! Bin schon gespannt auf euer 2022, es riecht ein wenig nach Abenteuer, findest du nicht? 🙂
Alles Liebe von oben links,
Luisa
Die Bilder sind ein Traum. 🙂 … Hier stürmt und regnet es … typisch deutsches Wetter.
Dass mit der Trainerin hört sich nach sehr gut investiertem Geld an. Es hört sich sehr motivierend und schön an, dass das Laufen dir ein so treuer Begleiter und Unterstützer im Leben ist. … Da bekommt man glatt selbst Lust, die Laufschuhe zu schnüren.
Als ich noch regelmäßig Sport gemacht habe, ging es mir übrigens auch so, dass mir Sport immer sehr gut beim Abschalten geholfen hat und dass ich den Eindruck hatte, mein Körper sei widerstandsfähiger. Das Körpergefühl ist besser und ausgeprägter, als wenn man sich im Alltag kaum bewegt. 🙂
p.s.:
Ich drück‘ dir die Daumen, dass du bald passende Medikamente für deine Morbus Basedow-Erkrankung bekommst. Und auch, dass die ärztliche Begleitung auch langfristig gut läuft.
Bei Hashimoto soll es zwar auch phasenweise zu einer Überfunktion kommen, wenn Schilddrüsengewebe zerstört wird, aber davon habe ich ehrlich gesagt nie was gemerkt, ich hatte immer nur die Unterfunktionssymptome.
Der Gedanke, dass der eigene Körper sich selbst angreift, war für mich auch etwas gewöhnungsbedürftig, wobei ich das „Selbstzerstörerische“ bei mir dann sogar passend fand.
Bei Hashimoto wird ja Selen, hochdosiert, zusätzlich zu den fehlenden Schilddrüsenhormonen empfohlen, um den Entzündungsprozess abzumildern. Manche sagen, dass es ihne nicht geholfen hätte, bei mir sind dadurch aber die Antikörper und die Beschwerden sehr zurückgegangen. Ich weiß nicht – vielleicht funktioniert das ja auch bei Morbus Basedow?
(Ich frage mich übrigens auch immer, ob man das „w“ dabei nun mitspricht oder nicht.) 😉
Hallo und Danke fuer den Tipp!
Habe mir ein paar Buecher bestellt, die ich bald waelzen werde zum Thema Ernaehrung und was man sonst noch so tun kann. Einige sind auch Kombibuecher zusammen mit Hashimoto. Da bin ich schon gespannt, ob Selen in beiden Faellen hilft.
Was ich bereits im Internet ueberflogen habe war die Autoimmune Protocol Diaet, die Paleo minus alles was Spass machen koennte zu sein scheint. Aber ob ich den Weg gehe oder doch was anderes stimmiger erscheint, weiss ich noch nicht. Erstmal warte ich auf die Buecherladung aus Deutschland. Andere Laender, andere Denkweisen. Da ist es gut, wenn man die Auswahl hat.
Viele Gruesse aus dem Yukon und hab eine gute Woche!