Mittlerweile sind die Masthuehner und Truthaehne wohl aus dem groebsten Umzugsstress raus. Kurz nach dem Schluepfen werden die kleinen Kueken naemlich in einen Karton gesteckt, in ein Flugzeug verfrachtet und in ganz Kanada verteilt (Man erinnere sich, dass Kanada ganz doll viel groesser als wie Deutschland ist und die Post einige Wochen unterwegs waere).
Die Kueken der Farm stammen aus einem biologischen Schluepfbetrieb in Quebec. Wenn man sich ganz doll beeilt, wuerde die Autofahrt sechs Tage dauern. Aber die Kueken haben nicht so viel Zeit und werden daher ausgeflogen.
Sind sie erstmal im Yukon gelandet, werden sie abgeholt und finden in einem gut isolierten Zelt mit Propanheizung ihr neues Zuhause. Die ersten zwei Tage sind wohl besonders kritisch. Durch den ganzen Schluepf- und Umzugsstress sind die Voegel aeusserst verwirrt. Jede Stunde wird also nach ihnen geschaut. Dabei ist zu beachten, dass jedes Kueken lernen muss zu essen und zu trinken.
Bei der Auswahl der Rassen ist es Farmbesitzer Bart wichtig, dass es sich um sogenannte heritage breeds handelt, also alte Nutztierrassen. Die sind zwar nicht so schnell wachsend wie die neuen Zuechtungen und setzen auch nicht so viel Fleisch an, aber dafuer sind sie auch voll ausgewachsen noch ueberlebensfaehig. Viele „moderne“ Gefluegelrassen sind so sehr hochgezuechtet, dass sie voll ausgewachsen nicht mehr stehen koennen, da ihnen zu schnell zu viel Muskeln gewachsen sind. Von der vorsorglichen Antibioktikagabe und der ganzen Gesundheitsprobleme wegen des schnellen Wachstums moechte ich gar nicht erst anfangen.
Ich habe uebrigens erst vor ca. 1,5 Jahren begriffen, dass es sich bei Truthahn und Pute und das selbe Tier handelt!!! Irgendwie dachte ich immer, eine Pute ist etwas groesser und haesslicher als ein Huhn und der Truthahn hat die Hautlappen vom Kopp haengen und wird in Nordamerika zu Thanksgiving gegessen. Denkste. Truthahn = Puter, Truthenne = Pute. Was fuer ein Aha-Erlebnis!
Auch die Pflanzen wachsen und gedeihen. Das mit einem Holzofen geheizte Gewaechshaus wird jeden Dienstag mit neu ausgesaehter Anzuchterde gefuellt. Auf den Plastikschalen wird vermerkt, was ausgesaeht wurde und in welcher Woche.

Zum Schluss moechte ich noch einen Skandal aufdecken:
Bart hat bislang immer behautptet, dass es auf der Farm weder Strom noch fliessend Wasser gibt. Doch ich habe in bester Detektivarbeit tatsaechlich eine Steckdose in der Wand ausfindig machen koennen!!!

Mal sehen, wie Bart gedenkt, sich da herauszureden. 😉

Dieses Schwein! Ich käme nicht zum Arbeiten und würde es die ganze Zeit kraulen! Aber einen spannenden Job hast Du und mir den Lacher des Abends verpaßt! Knuddel von Muddi
Ich mag Bobba auch sehr gerne und muss ihn staendig kraulen… wobei es sich eher nach schubbern anfuehlt. 😉 Er grunzt immer ganz aufgeregt, wenn ich vorbeigehe. Hihi!
Zack, direkt Mal das Handy in dieser Steckdose aufladen…. Huuppps…
Und ich habe mich schon gewundert, dass es sich um eine europaeische Steckdose mit runden Loechern handelt… ein Mysterium ;D
Ich hab nie drüber nachgedacht, das Truthahn und Puter dasselbe sind. Bzw. ich wusste es, aber ich hab mir keine Gedanken drum gemacht. Aber jetzt … jetzt hab ich es bewusst auf dem Schirm und naja … irgendwie hat die Gemüsecreme auf Truthahn, welche ich heute meinem Sohn als Breiform gefüttert habe und von dem ich gestern noch sagte: „So ein Feinschmeckergericht“, seinen Reiz verloren xD
Genauso ging es mir auch! Truthahn ist plötzlich überhaupt nichts besonderes mehr. Naja, manches lerne ich einfach später im Leben 😉
:-/ so wird man entblendet
Das ist dann wohl mal eine etwas andere Steckdoese ^^ Man muss erstmal auf die Ähnlichkeit mit einer Steckdose kommen LOL
SteckDOSE
Das klingt toll. Kanada ist bestimmt richtig super 🙂
Für mich ist es jedenfalls genau das richtige. 🙂 Kann mir aber auch vorstellen, dass mein Leben auf engem Raum im Wohnwagen mit Bären in der Nachbarschaft und der nächsten Stadt mit mehr als 30.000 Einwohnern in 2000 km Entfernung für viele nicht so prickelnd klingt ^^ von der winterlichen Frische ganz zu schweigen…
Ja, das ist sicher für viele gar nichts und wenn, dann erstmal sehr gewöhnungsbedürftig. Ich stells mir trotzdem total spannend vor; ob ich das dauerhaft könnte, das wage ich aber lieber nicht zu beurteilen 🙂
Oh, das würde ich so gerne – wenn ich mal in Kanada bin, dann melde ich mich an ^^
Die günstigste Variante für den Yukon wäre wahrscheinlich: schnapp dir einen Direktflug von Condor von Frankfurt nach Whitehorse (letztes Jahr immer sonntags) und dann arbeite auf einer Farm als Freiwillige. Für ca. 20 Stunden Arbeit die Woche bekommst du Unterkunft und Verpflegung und lernst dabei nette Leute kennen. 🙂
Guter Tipp, wollte schon immer mal auf einer Farm arbeiten – habe ja lange als Pferdepflegerin mein Dasein gefristet und bin „dreckfest“ LOL Mit nur 20 Std. die Woche kann man da leben?
Ja, so funktioniert das Prinzip von Freiwilligenarbeit. Auf den Seiten wwoof.ca und helpx.net kannst du dich gerne genauer informieren. Ich habe schon einige Leute getroffen, die so ganz günstig durch die Welt reisen. 🙂
Mit einem Touristenvisum geht das aber glaube ich nur ca. zwei Wochen am gleichen Ort offiziell.
Ok, danke dir für die Infos! <3
Gerne doch! 🙂
Also sag Bescheid, wenn du den Flug buchst ;D
Ja, mach ich, aber das wird leider noch ne Weile dauern – bis dahin lese ich ja die ganzen schönen Dinge von dir 🙂