Unter dem Motto standen die letzten Monate: Entweder wir finden nen passenden Anhaenger oder unsere Plaene werden verdammt schwierig umzusetzen.
Um herauszufinden, welche Mindestgroesse denn fuer uns noch passend waere, klebte ich schliesslich ein potenzielles Tiny House Modell zusammen fuer einen 20 Fuss langen trailer zusammen.

Als alle Waende und das Dach vollendet sind, frage ich Tyrel, wie man hierzulande denn Richtfest feiert. Fragender Blick seinerseits, den ich als Herausforderung zu einer deutschen Kulturstunde deute. Mit Heissklebepistole, gerebeltem Thymian und einem Fetzen Klopapier mache ich mich an die Herstellung des Anschauungsmaterials und haenge es an einen Dachbalken.

Ich stelle das festlich geschmueckte Modell vor Tyrel und erklaere ihm, dass jetzt die traditionell gekleideten Zimmerleute ein Spruechlein aufsagen und Familie, Freunde und Nachbarn zu der Feier zusammenkommen. Doch eine Sache fehlt noch zur Abrundung: Es wird natuerlich auch getrunken bei einem Richtfest! Aufopfernd nehme ich ein Likoerchen aus dem Schrank und demonstriere.

Die zwei Schluecke bereute ich am naechsten Morgen. Mein Hals kratzte und letztendlich brach Fieber aus. Trotzdem hat uns das Modell weitergeholfen: Wir haben buchstaeblich „begreifen“ koennen, wie sich ein Wohnraum mit den Dimensionen anfuehlen wuerde. Dass wir keinen Platz fuer ein richtiges loft (Zwischenboden) haetten. Aber wir haetten ihn schon, wenn wir unter dem loft eine Sitzecke einrichten wuerden, in der man eh die meiste Zeit sitzt und nach ca. 7 Mal Kopf an der Decke anschlagen auch lernt, dass man dort nicht aufrecht stehen kann. Ein Kompostklo im Tiny House wuerde nicht gehen, dafuer wuerde der Platz fehlen. Aber ich plaediere sowieso fuer ein Outhouse draussen. Seit wir unser Wasser selbst holen und pumpen und die Haelfte davon im Klo runterspuelen, glaube ich nicht mehr an die Fortschrittlichkeit von Spueltoiletten.
Nach meinem Fiebern musste ich ein lang geplantes Projekt auf der Arbeit einfuehren. Nur um in der darauffolgenden Woche eine Dienstreise in den US of A anzutreten. Von meinem Hotelzimmer aus staunte ich ueber den 24 Stunden waehrenden Verkehr. Unterhaltsamer als Fernsehen war das alle Mal.

Wieder zu Hause erblickte ich anstelle eines Trailers eine andere Anzeige: Welpen genau der Hundeart, die Tyrel schon so lange sucht. Gleich in der Naehe, nur gut zwei Fahrtstunden entfernt. Ich musste tief durchatmen und ueberlegen, ob ich ihm die Anzeige zuschicke. Immerhin haben wir jetzt wirklich andere Prioritaeten. Und der Hundewunsch koennte von mir aus auch noch 4 bis 200 Jahre unerfuellt bleiben. Aber fair muss man bleiben und Informationen vorenthalten ist nicht die feine englische Art. Also bekam Tyrel den Link zu der Anzeige zugeschickt. Und er wurde zwei Tage spaeter schon Besitzer von Arma.
Ja, sie ist niedlich. Ja, sie macht viel Unsinn und treibt einen gern in den Wahnsinn.
Arma ist halb Schaeferhund und halb Greyhound-Mix. Ich freue mich schon darauf, mit ihr spaeter wandern und laufen zu gehen. Doch zur Zeit scheint ihr Leben nur daraus zu bestehen, alles beissen zu wollen, dann muede zu werden und einzuschlafen, nach dem Aufwachen ganz schnell aufs Klo zu muessen und dann wieder zu spielen und zu beissen. Die Hundehalter, mit denen ich bisher gesprochen habe, versichern mir, dass die Welpenzeit zu schnell vorbeigeht und sie schon (!) mit sechs Monaten etwas ruhiger wird.
Tyrel ist jedenfalls sehr gluecklich, was ich gern sehe. Und ich bin fleissig am trainieren mit ihr, um sie gut zu erziehen. Es ist schon erstaunlich, wie schnell so ein junger Hund lernt.
Aber zurueck zum Thema.
Alle Trailer, die wir besichtigt haben, waren entweder unglaublich verrostet und/ oder ueberteuert.
In Ermangelung eines Trailers haben wir angefangen, uns nach Alternativen umzusehen. Koennten wir eventuell doch ein winziges Haeuschen auf unserem vorhandenen Trailer bauen? Wieviel kostet es, eine Konstruktion mit einem Umzugsunternehmen zu bewegen? Und was fuer Restriktionen gelten da? Alle Recherchen fuehrten zu unbefriedigenden Szenarios.
„Aber wir koennten doch einfach noch ein weiteres Jahr in diesem Haus hier verbringen.“, merkt Tyrel an waehrend seine Hand von Armas Zaehnen erkundet wird. Ich atme tief durch und entgegne, dass wir eine Loesung finden werden. Mitte Mai ist das Bauholz vom oertlichen Haendler im Angebot. Bis dahin muss die Grobplanung stehen. Die Uhr tickt.
Diesen Mittwoch geht es dann doch ganz schnell. Ich sehe eine sehr vielversprechende Anzeige eines Trailers, zwei Stunden entfernt von uns. Am Abend fahren wir hin. Kaufen ihn. Und ziehen ihn nach Hause. Eine wirklich passende Anhaengerkupplung haben wir zwar noch nicht. Aber ich merke an, dass wir nicht umsonst im letzten Wilden Westen leben; solange es sicher ist, wird es schon okay sein. Diese Ansicht scheint sowohl Tyrel als auch den Verkaeufer zu ueberzeugen – wir ziehen nach Hause mit unserem neuen, schoenen trailer.
Wir sind so begeistert von dem trailer, dass wir kein permanentes Haus darauf bauen wollen. Das waere irgendwie schade um den trailer, den man ja fuer nichts anderes mehr gebrauchen koennte. Stattdessen wollen wir unser kleines Haus selbst damit umziehen koennen. Und in einer zweiten Tour auch noch unser restliches Geraffel; je nachdem wie schwer das Haus an sich sein wird.
Diesen Beitrag konnte ich mit nur ca. 16 Welpenbespassungspausen verfassen. Fuer neue Aktionen mit der Heissklebepistole warte ich dann doch lieber, bis Tyrel zu Hause ist. Sicher ist sicher.
Habt eine gute Woche!

Huch, Du wolltest gar keinen Hund? Ich habe schon die ganze Zeit drauf gewartet, dass ihr einen bekommt! Ich hatte aber eher mit einem Rudel Schlittenhunde gerechnet…
Die Idee mit dem Tiny House finde ich so klasse! Ich bin gespannt, wie es bei Euch weitergeht!
Naja ich dachte halt wir haben erstmal andere Prioritäten… Aber es gibt wohl nie einen richtigen Zeitpunkt. Und wenn dann dachte ich auch eher in Richtung Husky, genau. Deutsche Schäferhunde kenne ich nur von meiner Zeitungsausteilrunde in Deutschland, und da waren die mir nicht besonders wohl gesonnen 😉
Aktuell kuschelt Arma mit mir und schnarcht leise. Das ist natürlich schwer an Niedlichkeit zu übertreffen. 😀
Ohhh da bin ich ja noch mehr gespannt auf deine Beiträge , besonders auf die Entwicklung von Arma , diese Mischung ist bestimmt auch eine Herausforderung , sehr hübsch . Liebe Grüsse Anja und Thor
Oh ja, sie fordert jetzt schon unsere volle Aufmerksamkeit, gute Beschäftigung und Konsequenz. Es ist aber irre, wie schnell sie lernt. Da muss ich manchmal an Thor und dich denken, jetzt kann ich mir viel besser vorstellen, wie es ist, mit ihm zu arbeiten. 🙂
Liebe Grüße,
Luisa
Hey, du bist schwanger? 😀
Herzlichen Glückwunsch!!!! Was für tolle Neuigkeiten. 🙂 Wirst du auch weiter in deinem Blog berichten oder ist der eher für eure Reisen gedacht?
Ich bin auch gespannt, wie es weitergeht, hihi. Wenn ich schon keinen Fernsehanschluss habe, muss ich wohl meine eigenen Seifenopern drehen ;D
Liebe Grüße!
Ähm, ich mag die eigentlich auch nicht besonders xD
Wenn man als Jugendliche Zeitungen im Dorf verteilt, hat halt jeder Hans n Schäferhund zum Bewachen im Garten, der einfach ausrastet wenn er dich sieht.
Aber Arma ist bislang wirklich ein guter Welpe. Mal sehen, wie sie sich entwickeln wird.
Viele Grüße nach Schottland!
trailer – tiny house – aufbau – transportation house – ich habs nicht verstanden und hoffe du wohnst safe, den hund nehm ich, aber leider grossstadt
Noch wohne ich in einem ganz normalen Haus zur Miete, der Rest ist noch ein Gedankenschloss 😉 Schöne Grüße vom Hündchen! Die wächst zur Zeit während man zusieht. Geht dir mit deinem Enkel bestimmt ähnlich. 🙂
Und was für ein schönes Auto….
Baby you can drive my car… 😉
Yes, I’m gonna be a star…
Biste doch schon! <3
Beepbeep Beepbeep Yeah!!
Moin, moin Luisa,
Glückwunsch zum Trailer und zu Arma, die ist ja wirklich niedlich!!!
Liebe Grüße von den Azoren
Jens
Moin Luisa,
Danke! Genau genommen müsste ich noch bis Portugal/Spanien weiterfahren um die Atlantiküberquerung komplett zu machen. Für mich und viele andere gilt aber die Strecke von der Karibik zu den Azoren als Atlantiküberquerung.
Wahrscheinlich werde ich einen eigenen Blog/Webseite für meinen Reisebericht schreiben/erstellen. Das wird aber noch ein bisschen dauern.
Liebe Grüße
Jens
Moin Jens,
War es denn ungefähr so, wie du es dir vorgestellt hast? Ich freue mich, dass du heil durchgekommen bist!
Cheers,
Luisa
Moin Luisa,
die Reise war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe.
Das lag daran, dass das Schiff auch nicht annähernd der Beschreibung auf der Webseite des Veranstalters entsprach. Die Ausrüstung des Schiffes entspricht nicht einmal den geringsten Standards für eine solche Reise. Es war weder anständiges Wekzeug noch irgendwelche Ersatzteile an Bord. Die Selbststeueranlage funktionierte nicht, das Satellitentelefon funktionierte nicht zuverlässig, der Wetterempfänger hat uns keine Wetterdaten geliefert und die Ruderanlage war so marode, dass, wenn wir davon Kenntnis gehabt hätten, wir direkt aus der Karibik wieder nach Hause geflogen wären.
200 sm vor den Azoren sind wir -da wir ja keine Wetterdaten hatten- in einen Sturm mit 10 Windstärken geraten und nur weil wir eine tolle Crew aus erfahrenen Seglern waren und gaaaanz viel Glück hatten, sind wir da heil durchgekommen.
Unser Skipper hat gesagt er hätte noch nie eine solche Crew wie uns gehabt. Mit einer „durchschnittlichen“ Crew hätte er den Sturm wahrscheinlich nicht durchstehen können.
Wir hatten schon alle unseren Notfallsack gepackt und waren kurz davor einen Notruf abzugeben.
Das hat die vielen schönen Erlebnisse überschattet und ich werde ein bisschen daran arbeiten müssen, diese in den Vordergrund zu holen. Gut dass ich ein Reisetagebuch geführt habe. 😉
Wenn ich das zu einem internetfähigen Reisebericht aufarbeite wird mir das sicher dabei helfen.
Liebe Grüße
Jens
Moin Jens,
Oha… Das hört sich ja ziemlich fahrlässig an vom Betreiber! Aber trotz allem hast du die Situationen gut meistern können. Da hoffe ich, dass das auf lange Sicht die negativen Seiten in den Hintergrund rücken lassen kann.
Umso froher bin ich, dass du heil zurück bist!!!
Ganz liebe Grüße,
Luisa
Danke Luisa,
das wird schon werden.
Morgen fliege ich nach Hause! Freue mich meine Freundin wieder zu sehen und
in meinem Bett schlafen zu können.
Liebe Grüße
Jens
Hallo Luisa,
als ich diese Ebay-Kleinanzeige gesehen habe, musste ich an Euch denken:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/9m-oberlichtwagen-aus-pitchpine-80km-h-zirkuswagen-bauwagen/1130622409-276-4249
Schon mal über einen Zirkuswagen als Alternative nachgedacht?
Gruß
Per
Moin Per,
Das liest sich gar nicht schlecht. 🙂
Hier ist das nur keine Option, da es sowas schlicht nicht gibt ^^
1927 gab es noch keinen Highway im Yukon, geschweige denn einen Zirkus. Ähnlich wäre ein Wohnwagen, aber da müssten wir auch alles rausreißen und neu isolieren, damit die Bude nicht nach ein paar Stunden im Winter auskühlt. Dazu kommen erhebliche Feuchtigkeitsprobleme wegen Kondensation. In der Situation waren wir ja schon in unserem ersten Jahr in Kanada. Wir bauen einfach eine eigene kleine Hütte – mal sehen, wie sie uns gelingen wird ^^
Viele Grüße,
Luisa
moin moin
hoffen wir zuerst mal das dein hausarzt nich deinen blog liest
sonst wird ihm auffallen wohin seine vermißten zungenspatel
verschwunden sind
muahahaha muahahaha
welpen werden also ruhiger
ja
naja da hab ich wohl den falschen hund erwischt
also meine welpin
is nun nach sechs jahren
noch genauso flippig verschlagen
abenteuerlustig und unberechenbar
wie am ersten tag
ich habe aber einen vorteil
ich kann es auf die rasse schieben
freilich hätte ich sie zum sofaköter
umerziehen können
doch
ich war halt der meinung das sie ein hund bleiben soll
und wenn man so ihren blog liest
is mir das wohl so leidlich gelungen
wichtig werte luisa is nur eines
ob du beim kochen bist
beim blog schreiben
beim abendessen schiessen
oder was auch immer
dein hund plant böses
selbst wenn sie tut als würde sie schlafen
so sind richtige hunde eben
und du mußt ihr immer zwei gedanken voraus sein
dann funktioniert es mit euch
gruß ronny
Hi Luisa
Schnaps aus Wöltigerode zum Richtfest. Hat eine lange Reise hinter sich. Es schreibt dir ein Kollege von der Salzgitter Stahl. Habe dich dort in WW3 mal kurz kennen gelernt und dann warst du auch schon weg nach Kanada. Ich bin bei der SZFG Reparaturkoordinator für die Schubbeize. Die wird jetzt endlich mal modernisiert. Bekommen einen neuen Beizteil von Andritz. Der Bauunternehmer Günther Papenburg möchte die Hütte übernehmen. Habe dazu aber keinen Bock. Mal schauen was daraus wird.
Interessant fand ich auch deinen Reisebericht zum Besuch bei Nippon Steel. Würde ich auch gerne mal besuchen wenn ich mal Japan Reise.
Gruß von Luis aus Salzgitter (PS ich heiße wirklich so)
Hallo Luis,
Danke für deinen Kommentar!
Gratulation zum neuen Beizteil, ich hoffe er macht die Arbeit weniger ätzend… oder mehr? 😉
Mal schauen, was aus der Papenburggeschichte wird. Ich drücke die Daumen, dass es sich so oder so zum Wohl der Belegschaft entwickelt.
Viele Grüße aus dem Yukon nach SZ,
Luisa