Zurück im Alltag

Zurück im Alltag

Ich bin wieder in meinem Yukonalltag angekommen. Es fühlt sich so an, als gäbe es nichts mehr zu berichten. Aber eigentlich gibt es das ja immer. Für mich ist mein Alltag normal, aber jeder hat ja einen anderen Ort, eine andere Routine, einen anderen Blickwinkel.

Nach einem langen Urlaub wieder anzukommen, dauert etwas. Fühlt sich das alte Leben noch passend an? Im Groben schon. Aber ich hätte gerne mehr Zeit pro Tag. Irgendwie ist unter der Woche alles ganz genau durchgetaktet vom Aufwachen bis zur Schlafenszeit. Oder sollte ich einfach meine Einstellung ändern und lernen, zu entspannen, während ich alles mache, was ich eben so mache?

Der Wunsch nach einem eigenen Stück Land wird größer und größer. Wir wohnen schon fast fünf Jahre in unserem kleinen Häuschen auf dem gemieteten Stück Feld. Ich fühle mich verbunden, aber ich weiß auch, dass ich hier wieder weg muss. Das hindert die Motivation, sich so richtig einzurichten und alles so zu bauen, wie man es gerne hätte. Wir haben schon viel Zeug, was sich so angesammelt hat. Falls unsere Vermieter das Feld Irgendwann selbst nutzen wollen (und das ist der langfristige Plan), würden wir ganz schön ins Straucheln kommen, etwas geeignetes Neues zu finden.

Der Garten ist von Unkraut überwuchert und immer noch nicht bestellt! So ist das, wenn man lange unterwegs ist. Nach und nach arbeite ich mich durch, aber eine reiche Ernte steht dieses Jahr wahrscheinlich nicht bevor.

Aber für heute habe ich genug getüddelt und sitze vor dem Haus in der orangenen Abendsonne und schaue den fleißigen Streifenhörnchen zu. Die klauen sich eine geschlossene Pusteblume nach der anderen und futtern ihre Beute auf einem alten Holzklotz.

Hier futtert das Streifenhörnchen.

Es ist zwar schon spät (20:30 h), aber die Sonne ist noch lange nicht untergegangen. Und abends ist es so friedlich, der Wind lässt endlich nach. Vielleicht lege ich die Wäsche zusammen, wasche eine Runde ab und gehe dann mit Arma spazieren. Schlafen kann ich auch im Winter.

Hier noch ein paar Bilder der letzten Tage.

Schönes Wetter am Ausblick der Gassiroute.
Schmetterling auf dem Bein.
Schnee liegt noch auf der Hochebene.
Arma am Fluss.
Leckeres Eis auf dem Wochenmarkt.
Schöner Ausblick auf ein Tal.
Arma am Scheideweg.
Schöne Wildblumen.
Arma im moosigen Wald.
Bärentraubenblüten.
Ich am Fluss. Die Fische wollten nicht beißen. Aber schön war es trotzdem, am Wasser zu sein.

16 Comments

  1. Willkommen zuhause, liebe Luisa.

    Hat Arma Dich wiedererkannt? 😉

    Interessante und für mich sehr gut nachvollziehbare Gedankengänge. Die lassen ja über Kurz oder Lang noch einmal Neues erwarten. Es bleibt spannend!

    Liebe Grüße aus dem verregneten Oldenburg
    Volker

    • Luisa

      Hallo Volker,

      Arma war kurz sehr freudig aufgeregt, aber holte sofort einen Ball, damit ich endlich mit ihr spielen kann. Und seitdem war es wie immer. Das lief schon genauso ab, als Tyrel letztes Jahr nach zwei Monaten Abwesenheit nach Hause kam. 🙂

      Seit gestern gehe ich meine Schienbeinprobleme mit Physiotherapie an, neuer Versuch nach zwei Jahren Laufpause. Da musste ich an dich und deine Ferse denken, geht das nicht auch schon so lange. Vielleicht kriegen wir ja jetzt nen Haken dran! 🙂

      Liebe Grüße aus dem bewölkten Whitehorse,
      Luisa

    • Ha hier bin ich auch mal wieder! XD Sehr schöne Bilder! Und das mit dem „sich nicht einrichten wollen“ kenn ich, ich wohne hier schon über 8 Jahre und will aber den Spiegel im Schlafzimmer nicht montieren, weil ich mir denke: „ach du, kb, wenn ich hier ausziehen muss, muss ich die Löcher ja wieder zumachen“ XD

      • Luisa

        Hrhr, ich habe so mitgefiebert, als es kurz im Raum stand, dass ihr das Haus vielleicht kaufen koennt!
        … Jetzt will ich noch mehr, dass ihr das Haus irgendwann kauft – nur um zu sehen, was dann mit dem Schlafzimmerspiegel passiert! 😀

        • Haha noch ist es ja nicht durch, vielleicht stehts ja zum Verkauf haha. Ich werde jedenfalls berichten, wenn es mit dem Spiegel weitergeht xD

  2. Moin Luisa,
    schön wieder von Dir zu lesen. Warst Du nach Japan noch in Deutschland?

    Liebe Grüße aus Harstad in Norwegen, wo die Sonne zur Zeit nicht untergeht.
    Jens

    • Luisa

      Moin Jens,

      Schön, dass du immer noch mitliest! 🙂
      Genau, ich habe Zeit mit meiner Familie verbracht in Deutschland. Die Nichten und Neffen werden rasant größer und mein Opa wurde 95 Jahre alt, das musste gefeiert werden.

      Norwegen, wie schön! Ist es das erste Mal, dass du die Mitternachtssonne erlebst? Du segelst bestimmt, also Mast- und Schotbruch und immer ne Handbreit Cappuccino im Glas! 😉

      Liebe Grüße,
      Luisa

      • Moin Luisa,
        schade, dass wir uns nicht getroffen haben als Du ihn Deutschland warst! 🙁 Ich hätte Dich wirklich sehr gerne kennengelernt.
        Mitternachtssonne habe ich zum ersten Mal erlebt und wir haben einen Roadtrip gemacht.
        Mit dem Segelschiff nach Norwegen ist doch seeeehr weit. 😉
        Liebe Grüße auch von Marina
        Jens

        • Luisa

          Moin Jens,
          Leider ist die Zeit jedes Mal sehr knapp, wenn ich mal in Deutschland bin. Ich habe es nicht mal geschafft, etliche langjährige Freunde zu sehen. Und Zeit mit meiner Familie zu verbringen ist mir sehr wichtig. Ich hoffe, du kannst das nachvollziehen. 🙂
          Die Fjordlandschaften in Norwegen stelle ich mir beeindruckend vor! Hoffentlich konntet ihr viele liebe Leute kennenlernen und einen guten Eindruck von Norwegen gewinnen.
          Viele Grüße zurück, natürlich auch an Marina!
          Luisa

          • Moin Luisa,
            das habe ich mir schon gedacht und ich kann es gut verstehen. Trotzdem finde ich es schade.
            Norwegen ist traumhaft schön. Aus meiner Sicht die schönste Ecke Norwegens haben wir erkundet – die Lofoten.
            Nun sind wir wieder Zuhause und müssen langsam im Alttag ankommen.
            Liebe Grüße aus Schleswig-Holstein
            Jens

  3. Lisa

    Hallo liebe Luisa,
    wie schön, dass du wieder wohlbehalten zurück in deiner Wahlheimat bist! Ich hatte schon an dich gedacht und immer mal wieder hier nachgesehen. Die Landschaft, v.a. der moosige Wald, ist ein Traum! Da lässt es sich durchatmen und sehr gut aushalten.
    Das mit dem eigenen Grund und Boden kann ich vollauf verstehen. Man investiert ja nicht nur Zeit und Geld in etwas, sondern vor allem auch Herzblut. Und dann möchte man die Sicherheit, nicht weg zu müssen. Ich wünsche euch eine erfolgreiche Suche nach den „eigenen vier Ecken“ (weil Wänder sind es ja eher nicht) und freue mich auf weitere Bericht von dir. Alles Liebe, Lisa

    • Luisa

      Hallo liebe Lisa,
      Danke, dass du immer noch hier vorbeischaust und mir auch noch einen Kommentar da lässt. 🙂 Ich liebe die vielen Moose und Flechten hier auch sehr. Auf den Bildern kommt es nicht so gut rüber, aber sie sehen so fluffig aus und haben dazu noch ganz besondere Farben, die fast zu leuchten scheinen.
      Wir schauen mal, was der Eigentumsmarkt so hergibt. Leider ist hier so gut wie alles stark überbewertet in den Preisen und bis zum Ende aller Zeiten an die Bank versklaven möchten wir uns auch nicht. Aber wer weiß, vielleicht ist da irgendwo ein Fleckchen Land, das schon auf uns wartet.
      Ganz liebe Grüße aus dem Yukon nach NRW,
      Luisa

  4. Johannes

    Schöne Sommerbilder!
    Bestimmt herrlich die langen Tage zum Feierabend hin zu genießen!
    Zum Thema Grundstückserwerb: In der Theorie werden die Zinsen jetzt langsam wieder gesenkt, was zu steigenenderen Preisen führt.
    In der Praxis ist der aktuell Stand schon komplett eingepreist.
    Ich denke dennoch, dass du ggf. noch einen riesigen weiteren Vorteil hast:
    Die japanischen Zentralbank (BOJ) hat den Leitzins noch bei 0,01% gelassen – Wenn du dich also in der Japanischen Währung verschuldest, dann müsstest du theretisch sehr geringe Zinsen zahlen. (Hier helfen sicherlich Japanischkenntnisse 😉 )
    Spieltheoretisch müssen Grundstückspreise auf Basis der heimischen Währung immer steigen, wodurch die nur ein Wechselkursrisiko hast.
    Ich denke du hast aufgrund deiner Lebensumstände überhaupt kein Risiko – es ist eher ein Risiko fürs Alter kein entsprechendes Eigentum zu haben.
    Wobei natürlich der kurzfristige (1-2 Jahre) Kauf/Verkauf aufgrund von den Transaktionskosten schon ein Verlustbringer ist. Mittelfristig (5 Jahre) sollte jedoch schon ein entsprechender Gewinn sicherlich abfallen.
    Wenn du dir sicher bist in den nächsten 5 Jahren das Grundstück in der Region noch besitzen zu wollen, wäre ein Kauf wohl klug, aber diese Fragen kannst du nur selbst beantworten.
    (Von einem der nicht schuld ist, wenn es nicht klappt! xD)

    • Luisa

      Moin und danke für deinen Input bezüglich Grundstückserwerb! ^^
      Hrhr, Japanischkenntnisse sind vorhanden, jedoch wahrscheinlich nicht so sehr, dass japanische Banken mir Darlehen geben wollen. XD
      Auf jeden Fall gut, die Sache im Hinterkopf zu behalten und mit japanischen Freunden zu diskutieren.

      Ja, die Abende sind derzeit echt genial. Kommt mir eher ungelegen, da ich ja gern früh schlafen gehe aber derzeit einfach den Sommer genießen priorisiere.
      Ein klassisches First World Problem. XD

      Viele Grüße!

  5. Claudia Ludwig

    Moin Lulu,
    Schön, dass du wieder schreibst. Ich hatte mich schon dran gewöhnt und es dementsprechend vermisst 😉

    Ja. Eigenes Land. Das hat schon was. Vor allen Dingen Sicherheit. So ähnlich ist das hier ja mit der Erbpacht. Es „gehört“ einem nur für 99 Jahre – ziemlich bescheuert *find*.

    • Luisa

      Moin Claudia,

      Lieben Dank für deinen Kommentar! 🙂
      Mit Pacht wird hier jetzt auch langsam angefangen, die First Nations verpachten nur noch Grundstücke im Industriegebiet. Macht schon Sinn… Wenn man nicht der Pächter ist. 😉

      Ich hoffe, du kannst den Sommer genießen und es ist noch nicht zu heiß!

      Liebe Grüße,
      Lulu

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