Zu Hause

Ja, das Virus ist mittlerweile auch im Yukon angkommen. Bislang wurden vier Personen positiv getestet, doch die Auswirkungen haben wir schon deutlich vorher gespürt.

So ist das wohl in den Gebieten, die vom Touristenaufkommen abhängig sind. Quarantäne = keine Reisenden = kein Einkommen = Laden dicht. Tyrel ist schon knapp zwei Wochen arbeitslos. Ich arbeite noch, wohl wissend, dass Fluggesellschaften drastisch Personal einsparen müssen um zu überleben. Bislang trifft es die Arbeiter, die offensichtlich nichts mehr zu tun haben, da kaum noch Flüge durchgeführt werden und die Prognosen täglich schlechter werden. Ich hätte noch Arbeit um mich eine ganze Zeit damit zu beschäftigen. Aber wenn ich Direktor wäre, würde ich mich einsparen wenn es ums Überleben der Firma geht? Zu einer eindeutigen Antwort komme ich nicht.

Naja, es kommt ja eh wie es kommt. Solange wie ich kann, laufe ich eine Runde mit Arma zum Sonnenaufgang, schmeiße den Computer an inklusive mobilem Internet und arbeite.

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Dramatische Farben zur Morgendämmerung.
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Photovoltaikpaneele sorgen für austeichend Strom zur Tageszeit.
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Klapptisch, Klappstuhl, Klappcomputer, klappt alles.

Endlich beantwortet auch das Universum meine Frage, wie um Himmels Willen ich denn das mörderische Programm stemmen soll, das ich mir für dieses Frühjahr vorgenommen habe. Laufen ohne Ende, das Feld bereiten, Büsche und Bäume pflanzen, Hühnerstall bauen, Hühner aufziehen, noch mehr laufen. Das scheint plötzlich nach tollen Projekten und nicht mehr nach Aufgabe der kompletten freien Nicht-Arbeitszeit.

Egal wie sich die Situation entwickelt, jedenfalls wird mir erstmal nicht langweilig. Und jeden Tag aufs Neue bin ich unendlich dankbar dafür, dass wir in unserem kleinen Häuschen leben. Würden wir noch im alten Haus leben, hätten wir jetzt arge Existenzsorgen.

Also: Man darf ruhig auch mal auf seine scheinbar irren Eingebungen hören!

Diese Woche stehen noch 11 km auf der Laufagenda. Da schnüre ich doch gleich meine Laufschuhe. Egal ob mein Lauf abgesagt wird oder nicht, ich freue mich schon darauf, Ende Juni meinen Marathon zu laufen. Ohne andere Teilnehmer hätte ich auch echte Chancen aufs Siegertreppchen!

Passt auf euch auf! 🙂

24 Comments

  1. Oh da hast du dir ja viel vorgenommen. Aber umso schöner, wenn es Projekte sind, die dir Freude bereiten und es für dich gerade keine stressigen zusätzlichen Pflichtaufgaben sind. 🙂

    Laufen im Schnee bei euch dürfte deutlich anstrengender sein, als in unseren Gegenden. Respekt, dass du das so durchziehst. 🙂

    Ich drücke euch die Daumen, dass ihr die Pandemie und die ganzen wirtschaftlichen Folgen gut übersteht.

    • Luisa

      Meist laufe ich ja auf bereits geräumten Schotterstraßen, also bin ich nur im Nachteil, wenn es gerade geschneit hat. ^^

      Komischerweise ist es für mich überhaupt kein Problem mehr mich zum Laufen zu motivieren, seitdem ich beim Physiotherpeuten war und der mir nen groben Plan zusammengestellt hat für mein Ziel. Würde es dir vielleicht helfen, wenn du einen online Coach für ne Stunde buchst und nen Plan bekommst? Ist vielleicht einfacher als irgendwo nen Termin zu bekommen derzeit.

      Danke für die guten Wünsche! 🙂

      • Interessant, dass dir der Plan so gut geholfen hat. … Mir würde das allerdings eher nicht helfen, weil ich Meister darin bin, mir Pläne zu machen (z.B früher im Examen Lernpläne), aber es hapert immer an dem Willen zur Umsetzung. Wenn ich solche Sachen mal vereinzelt an manchen Tagen ansatzweise umgesetzt habe, dann immer spontan aus einer Laune heraus … nur um es danach wieder sein zu lassen.

        Trotzdem Danke für die Idee. 🙂

        • Luisa

          Ich weiss, was du meinst, das geht mir genauso. Wenn ich mir den Plan selbst aufgestellt habe, ist es zu einfach, den umzuwerfen.
          Aber der Physiotherapeut hat den Plan aufgestellt und am wichtigsten:
          Ich habe dafuer bezahlt! Anscheinend will ich dann auch was fuer mein Geld haben und befolge den Plan dann. xD So habe ich mir selbst gegenueber keine Argumente mehr, zu prokrastinieren. Das waere ja dann Verschwendung und Verschwendung mag ich nicht. ^^

          • Der Faktor mit dem Geld wäre nicht zu verachten. 😉

            Leider weiß ich aus der Vergangenheit, dass mich das im Zweifel auch nicht ausreichend motiviert. Mich zieht das dann sogar irgendwie doppelt runter, weil ich das Laufen versäume und auch noch Geld für Nichts verbrate.

            Aber ich habe die Hoffnung, dass meine Motivation wieder besser werden wird jetzt, wo der Sommer naht, es wärmer wird und abends länger hell. Das motiviert mich am meisten. Leider sind die Wintermonate so gesehen doof.

  2. Moin, moin Luisa,
    so eröffnet Euer Tinyhaus auf einem landwirtschaftlichen Grundstück auch noch Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Ist nicht nur gesund sondern auch sehr lecker. Viel Erfolg und reiche Ernte!
    Bleibt gesund!
    Liebe Grüße aus Norddeutschland
    Jens

    • Luisa

      Moin Jens,
      Selbstversorgung ist ziemlich schwierig wenn man sechs Monate Winter pro Jahr hat. Aber jedes bisschen ist besser als nichts. Und Spaß macht es ja auch! 🙂
      Viele Grüße aus dem Yukon,
      Luisa

  3. Ich habe schon überlegt wie es bei euch aussieht und ob es bei euch auch schon angekommen ist, das fiese dings. Ich hatte gehofft in die Einsamkeit der Wälder kommt es nicht. Aber es kommt wohl überall hin. Liebe Grüße Kat

    • Luisa

      Tatsächlich ist das Virus noch nicht in Nunavut nachgewiesen, dem am wenigsten besiedelten Territorium in Nordkanada. Doch ich fürchte die Auswirkungen spürt man mittlerweile auch ohne bestätigte Fälle so gut wie überall.
      Naja, das wird schon wieder. Irgendwann.

  4. Moin Moin in die winterliche Ferne,

    ich möchte mich auch endlich gerne einmal zu Wort melden. Warum es gerade der Corona-Post sein muß, weiß ich zwar auch nicht. Aber es ist halt gerade dieses Virus, dass die ganze Welt beschäftigt und das jetzt sogar bis in die abgelegen Regionen. Es ist wohl einfach nicht mehr zu stoppen, da können wir nur hoffen, dass wir gesund bleiben.

    Im Tiny-House zu leben finde ich eine spannende Sache, ich verfolge noch einen weiteren Tiny House-Blog. Allerdings könnte ich es mir bei den klimatischen Bedingungen, unter denen Du lebst, doch nicht so recht vorstellen.

    Ich wünsche Euch, dass Ihr die Corona-Krise wirtschaftlich gut übersteht. Auf jeden Fall auch weiterhin viel Spaß bei der Marathon-Vorbereitung!

    Viele Grüße aus dem heute morgen sogar auch frostigen Nordwesten Deutschlands
    Volker

    • Luisa

      Moin Volker,

      Danke für deinen Kommentar! 🙂

      Dank fleissigem Holzofen ist es ja auch im Winter schön warm in unserem Tiny House – im Gegensatz zum „echten“ Haus, das wir die zwei Jahre vorher für viel Geld gemietet hatten. Nur der Gang zum Donnerbalken lässt bei -40 °C und kälter manchmal am Konzept zweifeln.

      Aber spätestens Mitte Mai kommt der Frühling dann doch.

      Wegen wirtschaftlichen Folgen hoffe ich ja ganz heimlich, dass der Virus die hier vorherrschende Immobilienblase zum platzen bringen könnte… So könnten wir doch irgendwann ein Stückchen Land kaufen. Fragt sich nur von welchem Geld, wenn alle pleite sind. XD

      Egol, ich laufe einfach fleißig weiter und freue mich, dass das noch geht.

      Viele Grüße von oben links,
      Luisa

    • Luisa

      Dankeschön Gerry!
      Heute werden die Eier meiner zukünftigen Hühner gelegt und verschickt! 🙂
      Dir auch alles Gute.
      Luisa

  5. jac b.

    was du für eine krasse läuferin geworden bist …. ich denke wie hier in der zvilisation werden ihr auch näher zusammenrücken passt auf euch auf

    • Luisa

      Anscheinend können auch unsportliche Leute Langstreckenläufer werden, wenn sie einfach die Wochenkilometer langsam hochschrauben – ich bin der Beweis! 😀
      Joa, es wird schon werden mit der Welt – da bin ich mir sicher. 🙂
      Liebe Grüße von mal wieder -30 °C am Morgen!

  6. Rhiannon

    Ich wünsch dir und Tyrel erst mal alles Liebe und viel Glück. Meistens finden wir in Krisen doch auch etwas Gutes, vielleicht, weil die Menschheit dann begreift, was wirklich wichtig ist, vielleicht etwas ganz anderes.

    Weißt du, du bist ziemlich taff und ich weiß auch, ihr beide kriegt das hin – so vieles habt ihr schon geschafft und es wird noch so viel mehr werden.

    In diesem Sinne – alles erdenklich Gute und lasst euch nicht unterkriegen, das nächste Tauwetter kommt bestimmt 🙂

    • Luisa

      Hallo Rhiannon,

      danke fuer deine lieben Worte.
      Ich bin zuversichtlich und dankbar, dass wir uns so krisensicher wie moeglich eingerichtet haben. Von daher wird das schon.

      Ist bei euch alles im Lot?

      Viele Gruesse,
      Luisa

      • Rhiannon

        Hy Luisa,

        ja, uns geht es soweit ganz gut ….
        Mitte März neuen Job begonnen (und gleich mal in bezahlten Urlaub geschickt worden), mein Mann im Home-Office … einen Roman fertig und veröffentlicht …

        Du gehörst (meiner Meinung nach) zu den Personen, die einfach machen – und gerade in so einer Situation ist das sehr wichtig.

        Fühl dich mal umarmt – ja?

        Alles Liebe

        Rhiannon

        • Luisa

          Das klingt doch echt gut bei euch, klasse!

          Du hast recht, bislang bin ich immer wieder aufgestanden. Und damit habe ich einfach vor, weiterzumachen. 🙂

          Ich habe die leise Hoffnung, dass die Krise die hiesige Immobilienblase zum Platzen bringen koennte, dann wuerden wir auch unserem Traum ein bisschen naeher kommen, ein Stueck Land zu besitzen.

          Alles Gute fuer euch,
          Luisa

          • Rhiannon

            Ja, tut es allerdings 🙂
            außerdem, wer weiß schon, wohin das Jahr 2020 führen wird 🙂

            Du bist ein Stehaufmännchen – ist einfach so und das ist gut so.

            Glaubst du?
            Verändern wird es sicher so einiges, die Frage ist nur, wie wird die Welt nachher aussehen. Das erfahren wir dann in einiger Zeit.

            Liebe Grüße

            Rhiannon

          • Luisa

            Ich hoffe einfach, dass die Blase platzt. Wenn ich daran denke, bekomme ich gute Laune und das kann ich gerade gut gebrauchen. Natuerlich weiss ich nicht, ob es wirklich so passiert, aber wenn ich jetzt dran glaube, habe ich wenigstens die gute Laune gehabt, die mir keiner wieder nehmen kann 😉

            Sind eure Auswanderplaene jetzt erstmal auf Eis gelegt? Und was macht das Islaendisch lernen?

          • Rhiannon

            ach, das Wichtigste ist doch, dass es deine Laune hebt 🙂
            damit ist doch schon mal was gewonnen 🙂

            und wer weiß … vielleicht wird dein Wunsch ja erfüllt …

            nein, auf Eis gelegt ist es keineswegs … wir haben jetzt aber zumindest noch die Chance uns etwas anzuspüren – immerhin wird jeder Cent benötigt werden am Anfang …

            lach mal … das mit dem isländisch hab ich auch beim Bewerbungsgespräch gesagt und jetzt bin ich bei nem schwedischen Konzern … und der hat auch FIlialen beispielsweise in den USA …

            also manchmal kann das Schicksal schon Humor vorweisen … 🙂

            die letzten Monate war da weniger … einfach, weil ich den Roman fertig kriegen wollte – und ja – bin auch sehr stolz darauf …

          • Luisa

            Super, so fuegt sich doch alles bei euch.

            Hast du den Roman wieder selbst verlegt? Auf jeden Fall herzlichen Glueckwunsch, da kannst du wirklich stolz sein!

            Machst du jetzt erstmal Pause oder schwirren schon die naechsten Buchidden im Kopf? 😀

          • Rhiannon

            ja – die Dinge fügen sich, wenn man/frau etwas warten kann … 🙂 und Vertrauen hat 🙂

            ja, ist selbst verlegt und hier zu finden:
            https://www.amazon.de/Wenn-Kr%C3%A4hen-lieben-Aufzeichnungen-Sk%C3%A1ldkonur-ebook/dp/B08618TFNM/ref=sr_1_3?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=wenn+kr%C3%A4hen+lieben&qid=1585849534&sr=8-3

            und mit etwas Unterstützung, Tierberater und Gegenleserin fertiggestellt …. zwei Jahre Arbeit – aber ich glaube, das Ergebnis ist gut geworden 🙂

            Ideen … Ja … ähm …
            Koyoten in den Rocky Mountains und seit heute morgen – Rudy, eine Taube in Wien …
            dazu baue ich parallel meine Skaldenschule auf …
            örks … der Tag ist einfach viel zu kurz …
            aber es macht echt Spaß … und wer weiß, wohin das noch alles führen wird …

            alles in allem bleibe ich beim Schreiben beim Tiergenre … es liegt mir und die Rückmeldungen bis dato sind sehr positiv …

            übrigens, wenn dir mal danach ist, weil du vielleicht mal jemanden zum Reden brauchst – du kannst mich jederzeit anschreiben … manchmal braucht man das einfach ….

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